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Her mit den süßen Früchtchen!

Her mit den süßen Früchtchen!

Viele Monate lang haben wir sehnsüchtig darauf gewartet, uns wieder voll Wonne auf frische Früchtchen wie Erdbeere, Kirsche & Co. stürzen können. Jetzt hat die heimische Obst-Saison endlich begonnen! Die perfekte Gelegenheit, den fruchtigen Süßigkeiten mal „auf den Zahn zu fühlen" und sich anzusehen, wie zuckrig Obst eigentlich von Natur aus ist.

Natürliche Süßigkeiten

Im Fachjargon heißt der natürliche Zucker, der im Obst vorkommt, Fruktose. Von dem allgemein gebräuchlichen Begriff „Fruchtzucker" sollte man sich nicht in die Irre führen lassen, denn tatsächlich steckt er auch in Honig und, wenngleich in geringeren Mengen, sogar in Gemüse – von Avocados bis Zwiebeln. Früchte sind das ursprünglichste aller Naschwerke, und dafür lieben wir sie! Natürlich auch wegen ihrer wertvollen Vitamine, denn mal ehrlich, wer zum Beispiel die Wahl zwischen Erdbeeren, die mehr Vitamin C als Zitronen und Orangen enthalten, und Rosenkohl hat, entscheidet sich ja wohl eher für die prallen roten Früchtchen als die niedlichen kleinen Grünlinge. Aber wie zuckersüß ist denn Obst nun eigentlich von Natur aus?

Innere Werte

Bleiben wir mal kurz beim aktuellen Saisonliebling Erdbeere. Die zu den Rosengewächsen gehörende Frucht sieht zwar schon süß aus und schmeckt – im Idealfall – auch so, rangiert mit durchschnittlich circa 2,3 g Fruchtzucker pro 100 g in Sachen Fruktose aber noch absolut im Mittelfeld der Obstliga. Viel zuckriger wird's da schon bei Süß- und Sauerkirschen. Deren Namen uns ja schon verraten, wer es fruktosemäßig mehr in sich hat. Dass Sauerkirschen aber mit rund 4,3 g fast doppelt so viel Fruchtzucker wie Erdbeeren enthalten, schmecken wir ihnen nun nicht unbedingt an. Süßkirschen bringen „von Haus aus" noch mal einiges mehr an Fruktose mit. Und Äpfel, wer hätte das gedacht, warten sogar mit einem Fruchtzuckergehalt von gut 5,7 g im Durchschnitt auf.

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Süß ist nicht gleich süß

Birnen setzen mit rund 6,7 g Fruktose noch einen drauf. Getoppt von Trauben – die mit stolzen 7,44 g bis 7,6 g Fruchtzucker auf 100 g Frucht ziemlich weit vorne in der Tabelle liegen. Und dann sind da noch so ein paar kesse Sorten, die ihre Süße vor allem dem höheren Gehalt an natürlichem Traubenzucker (Glukose) verdanken. Was Magen und Darm ohnehin viel lieber ist. Zu aus Zuckersicht gut verträglichem Obst, das mindestens soviel Glukose wie Fruktose oder sogar mehr Trauben- als Fruchtzucker enthält, gehören darum auch Aprikosen. Denn die enthalten gerade mal durchschnittlich 0,87 g Fruktose, bei 1,73 g Glukose. Auch Mirabellen haben mit 5,1 g zu 4,3 g zwar ein gutes Glukose-Fruktose-Verhältnis, sind aber einfach generell kleine Zuckerbömbchen. Was Pflaumen wiederum erst im Teigbett werden, denn ohne bringen sie es pro 100 g auf 3,36 g Glukose bei noch eher harmlosen 2,01 g Fruktose.

Kleiner Trick, große Wirkung

Die gute Nachricht für alle, denen Fruchtzucker zu schaffen macht: Dem Vorbild der Natur kann nachgeholfen werden! Um ein ungünstiges Glukose-Fruktose-Verhältnis bei Obst auszugleichen, streut man vor dem Verzehr einfach etwas Traubenzucker (also Glukose) über selbiges. Das stimmt den Darm versöhnlich, weil die Glukose ihn bei der Aufnahme der Fruktose unterstützt. Dann können nach den Erdbeeren auch die übrigen heimischen Beeren kommen. Bei denen Himbeeren aus noch recht verträglichen 2 g Fruchtzucker pro 100 g Früchten bestehen, während Johannisbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren schon mit je 2,5 bis 3,35 g zu Buche schlagen.

Also, ran an die süßen Früchtchen, solange sie Saison haben!

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Übersicht über den durchschnittlichen Fruktose- und Glukosegehalt einiger heimischer Obstsorten:

 

Fruktose in g/100 g

Glukose in g/100 g

Apfel

5,74

2,03

Aprikose

0,87

1,73

Birne

6,73

1,76

Brombeere

3,11

2,96

Erdbeere

2,30

2,17

Heidelbeere

3,35

2,47

Himbeere

2,05

1,79

Honigmelone *

1,30

1,60

Johannisbeere (rot)

2,50

2,00

Mirabelle

4,30

5,10

Pfirsich

1,23

1,03

Pflaume

2,01

3,36

Sauerkirsche

4,28

5,18

Süßkirsche

6,14

6,93

Traube

7,44

7,18


So viel Frucht- und Traubenzucker steckt durchschnittlich in Früchten aus südlicheren Gefilden:

 

Fruktose in g/100 g

Glukose in g/100 g

Ananas

2,44

2,13

Banane

3,40

3,55

Granatapfel

7,90

7,20

Grapefruit

2,10

2,38

Kiwi

4,60

4,32

Kumquat

4,56

4,02

Limette

0,80

0,80

Litschi

3,20

5,00

Mango

2,60

0,85

Orange

2,58

2,27

Papaya

0,33

0,99

Passionsfrucht

3,96

5,13

Physalis (Kapstachelbeere)

4,66

4,66

Wassermelone *

3,92

2,02

Zitrone

1,35

1,40

*Botanisch gesehen kein Obst, sondern ein Kürbisgewächs

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