EMSA Blog
Superfoods – doch nicht so super?

Superfoods – doch nicht so super?

Ja, auch ich mache den Trend mit und esse sogenannte Superfoods in meinem Müsli. Gojibeeren und Hanfsamen landen da üblicherweise drin. Leider hat mir das Verbrauchermagazin Öko-Test vor kurzem ein wenig den Spaß verdorben: In einer aktuellen Untersuchung sind mehr als zwei Drittel der 22 getesteten Superfoods durchgefallen, zwei müssen sogar aus dem Verkauf genommen werden!

Leere Versprechungen

Superfoods versprechen viel: Chiasamen helfen angeblich gegen Blutzuckerstress und reduzieren das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko. Gojibeeren gelten als Anti-Aging-Mittel und Hanfsamen sollen Müdigkeit und Erschöpfung vertreiben. Öko-Test kommt allerdings zu dem Ergebnis: stimmt nicht. Nicht nur, dass die teuren Superfoods gar nicht so vitamin- und mineralstoffreich sind wie erhofft, sie sind oft auch stark schadstoffbelastet.

So fanden die Ökotester Rückstände von Mineralöl, Cadmium, Blei und Pestiziden – erschreckenderweise sogar bei Bio-Produkten. Und dafür kommen die Chiasamen extra aus den Anden und die Gojibeeren aus China zu uns! Nur zwei Produkte sind empfehlenswert (immerhin auch zwei Bio-Produkte): Die „Original Gojibeeren“ von Morgenland bekamen die Bewertung „sehr gut“ und das „Bio-Kokosöl“ von Dr. Goerg schnitt mit „gut“ ab.

BildergalerieBildergalerie

Heimische Alleskönner

Fazit: Wer Superfoods liebt, sollte besser auf die heimische Variante setzen. Es gibt nämlich auch deutsche Super-Lebensmittel, und die sind nicht um die halbe Welt gereist. Mit dem Nährstoffprofil von Hanfsamen können zum Beispiel Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Linsen und Haferflocken locker mithalten, meint Öko-Test.

Acaibeeren sind ebenfalls weit gereiste Beeren aus Südamerika: Das Pulver kann aber genauso gut durch heimische Heidelbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Rotkohl oder die noch unbekannte Aroniafrucht ersetzt werden. Angeblich kann die Schwarze Johannisbeere auch alles, was die Gojibeere kann – und hat dazu weniger Kalorien.

Das Superfood Weizengras ist vor allem reich an Chlorophyll – das Farbpigment, das den Pflanzen ihre grüne Farbe verleiht. Dieses soll zur Entgiftung von krebserregenden Substanzen beitragen. Chlorophyll steckt aber auch in unseren grünen Gemüsesorten wie Brokkoli, Spinat und Grünkohl. Für grüne Smoothies kann man auch gut Wildkräuter nehmen.

Echte Nährstoffbomben

Sie sind umsonst, verpackungsfrei und garantiert immer regional und saisonal: Wildkräuter wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennnesseln, Bärlauch oder Spitzwegerich sind echte Nährstoffbomben. Sie enthalten häufig viel mehr Vitamine und Mineralstoffe als konventionell angebautes Obst und Gemüse. Als Beigabe können sie deshalb jeden Speiseplan bereichern. Prädikat: Super!

Bildergalerie
Ähnliche Beiträge

Kommentare (1)

  1. Katja am 06.07.2016
    Das ist ja leider oft so mit diesen "Trends". Habe in Südamerika viel Acai gegessen/getrunken, würde die schwarze Johannisbeere trotzdem immer vorziehen :)

Hinterlasse einen Kommentar